Nachfrage, Auslastung und Kosten

Erzielbare Modal-Split-Anteile

Die mit der Punktbahn erzielbaren Verkehrsleistungsanteile des Öffentlichen Verkehrs wurden anhand von Mobilitätserhebungen und unter Anwendung eines Verkehrsmittelwahlmodells geschätzt. Insgesamt ist mit der Punktbahn unter pessimistischen Annahmen mit 17-22%, unter optimistischen Annahmen mit 32-52% der derzeitigen Verkehrsleistung an Nachfrage für den Öffentlichen Verkehr zu rechnen. Pessimistische und optimistische Annahmen beziehen sich in erster Linie auf Kapazitätsprobleme und verkehrspolitische Restriktionen im Straßenverkehr sowie auf mittelbare Wirkungen eines umfassenden, für alle Fahrtzwecke geeigneten Angebots im öffentlichen Verkehr. Etwa 13 Prozentpunkte entfallen dabei auf Menschen, die nicht selbst Auto fahren können (inklusive Aktivitäten, die diese derzeit aufgrund unzureichenden öffentlichen Verkehrs entweder gänzlich unterlassen, oder die dank anderer Personen realisiert werden können, die sie mit dem Auto bringen und holen).

Erwartbare Auslastung

Gemäß der prognostizierten Modal-Split-Anteile, der Bevölkerungsdichte und diversen Ausgangsdaten zu Mobilität und zeitlicher und räumlicher Verteilung des Verkehrs sind in allen Regionen zumindest auf manchen Abschnitten und zu manchen Zeiten Taktverdichtungen erforderlich, im Extremfall bis zum 3-Minuten-Intervall. Die mittlere Sitzplatzauslastung beträgt in der pessimistischen Rechnung 22 bis 41%, in der optimistischen Rechnung 37 bis 62%. Der errechnete spezifische Energieverbrauch entspricht 0,4 bis 2,5 l Diesel pro 100 Personenkilometer.

Gesamtkosten der Punktbahn in den Beispielregionen

Die kalkulierten Kosten der Punktbahn inklusive Amortisationskosten von Infrastruktur und Fahrzeugen sowie laufenden Betriebskosten liegen in den Beispielregionen je nach Regionsgröße und Nachfrageszenario zwischen 15 und 35 Mio. Euro pro Jahr. Etwa die Hälfte der Kosten entfällt auf die Fahrzeuge (davon mehr Wartung, als Amortisation), ein Drittel auf die Infrastruktur und ein Sechstel auf Energie- und Personalkosten.

Kosten pro Betriebsleistung (Fahrzeug-km)

Die Gesamtkosten der Punktbahn (ohne Berücksichtigung von Fahrgeldeinnahmen) entsprechen 1,6 bis 1,9 Euro pro Fahrzeugkilometer. Dies ist knapp weniger, als im langsameren und weniger attraktiven Regionalbusverkehr und etwa ein Fünftel bis ein Sechstel der spezifischen Kosten des Regionalbahnverkehrs.

Kosten pro Beförderungsleistung (Personen-km)


Pro zurückgelegtem Fahrgastkilometer betragen die Kosten der Punktbahn in den zwei günstigeren Beispielregionen 6 bis 9 Cent, in den zwei ungünstigeren Regionen 12 bis 14 Cent. Die Durchschnittskosten des gesamten öffentlichen Verkehrs in Österreich betragen etwa 17 Cent pro Fahrgastkilometer (davon etwa 30-40% Fahrgeldeinnahmen), die gesamten privaten Ausgaben für Auto, Treibstoff, Reparaturen und Zubehör entsprechen durchschnittlich gar 23 Cent pro Personenkilometer.

Kosten und Zuschussbedarf pro Bevölkerung


Aufgrund des ungleich dichteren Fahrplanangebots wären die Kosten pro EinwohnerIn der Beispielregionen deutlich höher, als die Kosten des derzeigen ländlichen öffentlichen Verkehrs, sie übersteigen aber nicht die Kosten des derzeitigen städtischen öffentlichen Verkehrs. Nachdem die Punktbahn auch die Qualitätsunterschiede zwischen städtischem und ländlichem Öffentlichen Verkehr weitgehend ausgleichen würde, erscheint eine Finanzierung gerechtfertigt. Sie wäre ohne erhebliche Steigerung der Staatsausgaben für Verkehr möglich, wenn stattdessen bei Straßenbau und -erhaltung gespart sowie verschiedene Abgaben im Straßenverkehr erhöht oder neu eingeführt oder immobilienbezogene Finanzierungsmethoden genutzt würden.